Proben und Probenrücklagen
In Cannanas kannst Du jederzeit Proben und Probenrücklagen dokumentieren – egal ob für eine Laboranalyse, für eine externe Untersuchung oder für die Stichprobenentnahme durch Deine zuständige Behörde. Diese Anleitung zeigt Dir, wann Du eine Probe anlegen solltest, wie Du das in Cannanas sauber abbildest und was Du anschließend mit der Probe machen kannst.
Die Anforderungen an Stichproben, Probenrücklagen und deren Aufbewahrung können je nach Bundesland und zuständiger Behörde stark variieren. Sprich Dich vorab mit Deiner Behörde ab, in welcher Form, Menge und über welchen Zeitraum Proben zurückgelegt oder bereitgestellt werden müssen.
1️⃣ Wofür brauche ich eine Probe?
Proben und Probenrücklagen erfüllen unterschiedliche Zwecke – meistens kommt mehr als einer davon in Frage:
- 🧪 Laboranalyse: Material für die Untersuchung auf THC/CBD, Pestizide, Schwermetalle, Mykotoxine usw. – siehe Laboranalysen.
- 🏛 Behördliche Stichproben: Cannabis, das Du auf Anforderung der zuständigen Behörde unentgeltlich zur Verfügung stellst (§ 27, § 29 KCanG).
- 🗄 Interne Rückstellprobe: Eine Rücklage, die Du aufbewahrst, falls später eine Nachprüfung oder ein Rückruf nötig ist.
- 🔍 Externe Analysen: z. B. zweite Meinung eines Labors oder Vergleichsmessung.
- 🔁 Nachträgliche Untersuchung: Material, das später noch einmal getestet werden soll – etwa bei Auffälligkeiten in einer Charge.
Wichtig in allen Fällen: Die Probe muss lückenlos vom Ursprungsmaterial abgegrenzt und im System nachvollziehbar dokumentiert sein.
2️⃣ Zwei Wege zur Probe in Cannanas
Du hast zwei saubere Möglichkeiten, eine Probe in Cannanas anzulegen – je nachdem, wann Du sie zurücklegen willst:
| Zeitpunkt | Vorgehen | Wann sinnvoll? |
|---|---|---|
| Direkt bei der Ernte | Probe als Erzeugnis erfassen | Du legst die Probe schon im Erntefenster zurück, bevor Du den Hauptbestand inventarisierst. |
| Nachträglich aus dem Inventar | Probe per „Abspalten“ trennen | Der Bestand ist bereits im Inventar und Du brauchst zusätzlich eine Probe. |
Beide Wege münden im selben Ergebnis: ein eigenständiger Inventargegenstand für die Probe, der sich getrennt vom restlichen Bestand verfolgen, analysieren und später entweder abgeben oder vernichten lässt.
3️⃣ Probe direkt bei der Ernte anlegen 🌾
Wenn Du schon beim Erfassen der Ernte weißt, dass Du eine Probe benötigst (z. B. für die erste Laboranalyse oder als Probenrücklage), legst Du sie am einfachsten direkt als Erzeugnis an. So ist die Probe von Anfang an sauber von der Hauptmenge getrennt.
So geht's:
- Öffne im linken Menü Anbau > Ernten und wähle die passende Ernte aus.
- Scrolle zum Abschnitt „Erzeugnisse" und klicke auf „Erzeugnis erfassen".
- Lege das Probenerzeugnis an:
- Typ: z. B. Cannabisblüten, Hasch, Verschnitt – je nachdem, was Du als Probe zurücklegen möchtest.
- Name: Vergib einen klar erkennbaren Namen wie „Probenrücklage – Charge XY 01.07.2026" oder „Laborprobe – Strain ABC".
- Menge: Trage die genaue Probenmenge in Gramm ein.
- Notiz: Halte fest, wofür die Probe gedacht ist (z. B. „Rückstellprobe für Behörde" oder „Probe für externes Labor").
- Optional: Direkt eine Laboranalyse verknüpfen, falls schon angelegt.
- Lege parallel das Haupterzeugnis für den restlichen Erntebestand an (also z. B. die regulären Blüten ohne die Probe).
- Inventarisiere die Probe wie jedes andere Erzeugnis über „Inventar erstellen" – siehe Erzeugnisse inventarisieren.
Mehrere Erzeugnisse pro Ernte sind ausdrücklich vorgesehen. Lege die Probe als eigenes Erzeugnis an, statt sie später aus der großen Menge herauszunehmen. So hast Du Probenmenge und Hauptmenge von Anfang an getrennt dokumentiert.
Du kannst pro Ernte beliebig viele Probenerzeugnisse anlegen – z. B. eine Blütenprobe und eine Verschnittprobe. So bildest Du auch gemischte Stichprobensätze für die Behörde sauber ab.
4️⃣ Probe aus dem Inventar abspalten ✂️
Wurde der Bestand schon inventarisiert und Du brauchst nachträglich eine Probe (z. B. für eine Anfrage der Behörde oder eine spätere Untersuchung im Labor), nutzt Du die Abspalten-Funktion im Inventar umwandeln.
So geht's:
- Klicke im linken Menü auf „Inventar" und wähle den Inventargegenstand aus, von dem Du eine Probe nehmen willst.
- Klicke oben auf „Umwandeln" > „Abspalten".
- Trage die Probenmenge ein (z. B. 5 g).
- Vergib bei Bedarf einen sprechenden Namen wie „Probenrücklage – White Widow KW 27", damit der neue Eintrag im Inventar sofort als Probe erkennbar ist.
- Ergänze Notizen und Tags, z. B. „Rückstellprobe gem. Absprache mit Behörde" oder „Probe für externes Labor XY".
- Klicke auf „Abspalten".
Cannanas erstellt daraufhin einen eigenen Inventargegenstand für die Probe. Die Hauptmenge des ursprünglichen Bestands wird automatisch um die Probenmenge reduziert – ohne dass eine Korrektur oder Vernichtung nötig ist.
Beim Abspalten übernimmt die Probe automatisch Strain, Erntezuordnung und Tracking-Kette des Ursprungsgegenstands. So bleibt die Herkunft der Probe lückenlos nachvollziehbar.
5️⃣ Probe mit einer Laboranalyse verknüpfen 🧪
Sobald die Probe als eigener Inventargegenstand existiert, kannst Du ihr eine Laboranalyse zuordnen – egal, ob die Probe aus der Ernte oder aus dem Inventar stammt.
So geht's:
- Lege eine neue Analyse an oder verknüpfe eine bestehende Analyse – siehe Laboranalysen.
- Optional kannst Du die Analyse zusätzlich mit der Charge und den Pflanzen verbinden, von denen die Probe stammt – siehe Analysen verknüpfen.
- Sobald die Ergebnisse vorliegen, setzt Du den Status der Analyse auf Bestanden oder Durchgefallen.
Eine reine Rückstellprobe (z. B. „falls die Behörde Material anfordert") braucht keine Laboranalyse, um inventarisiert zu werden. Die Verknüpfung wird erst spannend, wenn die Probe tatsächlich getestet wird.
6️⃣ Was passiert mit der Probe danach?
Sobald die Probe als Inventargegenstand existiert, behandelst Du sie wie jeden anderen Cannabis-Bestand. Üblicherweise endet der Lebensweg einer Probe auf einem dieser Wege:
🏛 Probe an die Behörde oder ein Labor abgegeben
Hast Du die Probe an die zuständige Behörde oder an ein Labor übergeben, erfasst Du den Abgang über eine Korrektur.
So geht's:
- Öffne den Inventargegenstand der Probe.
- Klicke oben auf „Korrektur".
- Trage die abgegebene Menge mit Minuszeichen ein (z. B.
-5,0 g). - Vergib eine aussagekräftige Notiz, z. B. „Probe am 12.05.2026 an Behörde XY übergeben (Aktenzeichen 123/26)".
- Speichere die Korrektur.
So bleibt im Inventar nachvollziehbar, wann und wohin die Probe gegangen ist.
🔥 Probe vernichten oder in Vernichtungsbericht aufnehmen
Soll die Probe in den Vernichtungen auftauchen – z. B. weil das Labor sie nach der Analyse zurückschickt oder weil sie nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist offiziell entsorgt wird –, erfasst Du sie als Vernichtung.
So geht's:
- Öffne den Inventargegenstand der Probe.
- Klicke oben auf „Vernichtung erfassen".
- Fülle Menge, Vernichtungsmethode und Datum aus – siehe Vernichtungen.
- Speichere den Vorgang.
So fließt die Probe sauber in die behördlichen Vernichtungs- und Cannabis-Berichte gem. § 26 KCanG ein.
Die Wahl zwischen Korrektur und Vernichtung ist nicht beliebig – sie folgt dem tatsächlichen physischen Verbleib der Probe:
- Korrektur → wenn die Probe Deinen Club als ganze Probe verlässt (z. B. Übergabe an Behörde oder Labor).
- Vernichtung erfassen → wenn die Probe in Deinem Verantwortungsbereich entsorgt wird (z. B. nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist oder nach Rückerhalt aus dem Labor).
Sprich den richtigen Weg unbedingt mit Deiner zuständigen Behörde ab, damit Vernichtungs- und Cannabis-Berichte zur Realität passen.
📦 Probe weiter aufbewahren
Solange die Probe als Rücklage liegen bleibt, lässt Du den Inventareintrag einfach bestehen. Über das Anbautagebuch und die Inventartransaktionen ist jederzeit ersichtlich, seit wann die Probe gelagert wird.
7️⃣ Gute Praxis für saubere Probendokumentation
Damit Proben später wirklich nützlich (und prüffest) bleiben, hat sich folgendes Vorgehen bewährt:
- Sprechende Namen wählen, z. B. „Probenrücklage – Charge 12 – KW 22/2026".
- Datum und Zweck in der Notiz vermerken (z. B. „Rückstellprobe nach Absprache mit Behörde XY vom 03.05.2026").
- Probe so früh wie möglich abtrennen – idealerweise direkt als Erzeugnis bei der Ernte, damit die Hauptmenge nie mit Probenmenge vermischt war.
- Probe an Charge und Pflanzen koppeln – siehe Analysen verknüpfen –, damit die Herkunft jederzeit rekonstruierbar ist.
- Mit der Behörde abstimmen, in welcher Menge, Verpackung und über welchen Zeitraum Proben aufbewahrt werden sollen.
- Übergaben dokumentieren – jede Abgabe an Behörde oder Labor mit Datum, Empfänger und ggf. Aktenzeichen in der Korrektur-Notiz festhalten.
✅ Zusammenfassung
- Proben kannst Du in Cannanas direkt als Erzeugnis bei der Ernte oder nachträglich per „Abspalten" aus dem Inventar anlegen.
- Jede Probe wird zu einem eigenständigen Inventargegenstand und lässt sich getrennt verfolgen, analysieren und verbuchen.
- Über Laboranalysen und Analysen verknüpfen dokumentierst Du Ergebnisse und Herkunft.
- Den Verbleib der Probe bildest Du je nach Situation über eine Korrektur (Abgabe) oder eine Vernichtung (Entsorgung) ab.
- Die konkrete Probenstrategie (Menge, Lagerdauer, Übergabeform) sprichst Du am besten vorab mit Deiner zuständigen Behörde ab.
Siehe auch
- Laboranalysen – THC-/CBD-Werte, Sicherheitsprüfungen und Laborinformationen erfassen.
- Laborportal – Analyseergebnisse direkt vom Laborpartner digital eintragen lassen.
- Analysen verknüpfen – Analysen zusätzlich mit Chargen und Pflanzen verbinden.
- Ernten erfassen – Erzeugnisse (inklusive Probenerzeugnisse) bei der Ernte anlegen.
- Erzeugnisse inventarisieren – Probenerzeugnisse aus der Ernte ins Inventar überführen.
- Inventar umwandeln – Proben per „Abspalten" aus dem bestehenden Inventar entnehmen.
- Inventar korrigieren – Probenmenge nach Übergabe an Behörde oder Labor verbuchen.
- Vernichtungen – Proben dokumentiert vernichten und in Cannabis-/Vernichtungsberichte aufnehmen.
- Inventartransaktionen datieren und notieren – Übergaben und Bewegungen lückenlos vermerken.